Das Gold der Krähen

Buchinfo

Titel: Das Gold der Krähen
Band 2 der Reihe Glory or Grave
Autorin: Leigh Bardugo

Erscheinungsdatum: 03.09.2018
Seiten: 592

ISBN: 978-3-426-65449-1
Einband: Paperback
Verlag: Knaur

Originaltitel: Crooked Kingdom
Übersetzerin: Michelle Gyo

Bildquelle: Droemer Knaur

Inhalt

Die sechs Krähen wollen nur noch eines: Rache. Um ihr Ziel zu erreichen, ist ihnen kein Preis zu hoch!

Meinung

Nachdem mich Das Lied der Krähen in ganzer Linie begeistert hatte, wiesen meine Erwartungen an den Folgeband eine beachtliche Grösse auf. Doch auch in Das Gold der Krähen überzeugte Leigh Bardugo mit einer bis ins kleinste Detail durchdachten Welt und tiefgründigen sowie authentischen Protagonistinnen und Protagonisten!

Ich hatte nicht erwartet, dass im Folgeband ebenfalls wieder einige Rückblicke in die Vergangenheit der einzelnen Figuren vorhanden sein würden, aber ich war mehr als froh darüber. Denn so konnte ich ihre Beweggründe und Gedankengänge noch besser als sowieso schon nachvollziehen.

Daher erschienen mir die Charakterentwicklungen sehr authentisch. Ich wurde in ihre jeweilige Welten hineingesogen, durchlebte alles, was ihnen widerfuhr. Selbst wenn ich nicht am Lesen war, liessen mich die Gedanken an diese Figuren nicht los.

Sobald ich dachte, jetzt hätte ich den Plan kapiert und durchschaut, geschah etwas, das ich mir niemals hätte vorstellen können. Denn entweder wurde die Ausarbeitung eines Plans erst im Nachhinein geschildert oder Leigh Bardugo gewährte nur bruchstückhafte Einblicke, was ich jedoch immer erst im Nachhinein bemerkte. All diese ausgeklügelten Wege bis ans Ziel und wie sie die Autorin schilderte waren schlichtweg grandios!

Allerdings war ich mir zwischendurch nicht ganz sicher, was hier alles noch kommen soll. In Band 1 war das Ziel ganz klar: ins Eistribunal gelangen, die Befreiung des Gefangenen und anschliessend wieder entkommen, um die Belohnung einzukassieren. Klar, die Krähen dürsteten nach Rache, aber wie sie diesen Durst stillen wollten, konnte ich mir nicht immer vorstellen. Diese Tatsache machte es in gewisser Weise jedoch noch spannender, da ich erfahren wollte, was sich Leigh Bardugo noch alles ausgedacht hatte.

Irgendwann gelangte ich an den Punkt, an dem ich mich wiederum fragte, wie Leigh Bardugo das Ganze innert rund 100 Seiten noch zu einem Ende bringen wollte. Es war alles offen, die Geschichte konnte sich in jede erdenkliche Richtung entwickeln. Die Autorin hatte dies schliesslich bereits wiederholt unter Beweis gestellt, selbst wenn es unmöglich schien! Die Ereignisse waren zwar durchgehend zügig vorangegangen, sodass es nie langweilig gewesen war, aber gegen Ende überschlugen sie sich in Blitzgeschwindigkeit!

Als die zu lesenden Seiten immer weniger wurden, legte ich das Buch weg, weil ich nicht wollte, dass es endete. Zum einen wollte ich diese Welt nicht verlassen, zum anderen konnte ich mich einfach noch nicht von all diesen einzigartigen und genialen Charakteren verabschieden! Der Drang danach, zu erfahren, wie es endete, übertrumpfte jedoch meine Angst, also las ich es anschliessend ohne Pause zu Ende.

So sehr ich diese Reihe auch liebe, sie hat mich auch zerstört! All das Leid, das den sechs Krähen widerfuhr, tat mir in der Seele weh. Ich liebte sie alle, mit ihrer jeweiligen unverwechselbaren Art und all ihren Macken. Leigh Bardugo hatte es fertig gebracht, dass ich das Gefühl hatte, sie würden wirklich existieren und ich könnte sie tatsächlich begleiten.

Obwohl sich die Krähen manchmal nicht einig waren, hielten sie zusammen. Sie vermittelten eine Stärke, die ich in kaum einem anderen Buch bisher beobachten konnte. Auch in Das Gold der Krähen bekam ich nicht genug von den Augenblicken, in denen sie beisammen sassen, ihren Plan austüftelten oder einander darauf hinwiesen, dass Kaz soeben seinen In meinem genialen Kopf wächst gerade ein spektakulärer Plan heran-Blick aufgelegt hatte.

Zwar wandten die Figuren in diesem Buch Gewalt an. Aber in vielen Fällen gewannen die Krähen nicht aufgrund ihrer körperlichen Stärke, sondern weil sie den anderen mindestens einen Schritt voraus waren, einen Trumpf nach dem anderen auf den Spieltisch niederschmetterten oder einfach überzeugend blufften.

Ich bin nun einmal  ein hoffnungsloser Fan von Büchern, in denen die Sieger diejenigen mit Köpfchen und nicht unbedingt mit grösster Muskelkraft sind. Aber wenn beide Bereiche kombiniert werden – wie beispielsweise in Legend… Für solche Geschichten bin ich immer zu haben!

Fazit

Ein würdiger Abschluss einer einzigartigenvielschichtigen sowie nervenaufreibenden Geschichte, die mittels ihrer unzähligen unerwarteten Wendungen und unverwechselbaren Charaktere von Anfang bis Ende überzeugt.

5/5

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